RheumaPreis — Aktiv mit Rheuma am Arbeitsplatz

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Statut für die Initiative „RheumaPreis“


Präambel
Chronische Erkrankungen stellen Betroffene, deren Angehörige und andere Beteiligte vor vielfältige Herausforderungen. Ein wichtiges Beispiel ist die Integration in den beruflichen Alltag. Studien zeigen, dass für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Rheuma eine geregelte Arbeit und die dadurch gewonnene Stabilität und Sicherheit wesentlich zur Lebensqualität beitragen. Geregelte Arbeit stärkt das Selbstbewusstsein und das Gefühl, selbstverständlicher und wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens zu sein. Ein offener und konstruktiver Umgang mit chronischen Erkrankungen im Berufsalltag ist deshalb wünschenswert. Frühzeitig an die veränderten Bedürfnisse angepasste Arbeitsumgebungen unterstützen Motivation und Leistungskraft der Betroffenen. Davon profitieren Berufstätige ebenso wie Unternehmen.

Ziel des „RheumaPreis“
Die Initiative „RheumaPreis“ ermutigt die Menschen mit entzündlichem Rheuma in Deutschland, ihre Vorgesetzten und Kollegen zu mehr Offenheit im Umgang mit der Erkrankung und Kooperation und klärt über „Rheuma am Arbeitsplatz“ auf. Mit dem RheumaPreis ausgezeichnet werden herausragende Beispiele für den Umgang mit chronischen Krankheiten im Berufsalltag, die Anregungen zur Veränderung bestehender Situationen und zu großer Offenheit geben und die zeigen, wie gemeinsames Engagement von Arbeitgeber und Arbeitnehmer Produktivität und Selbständigkeit am Arbeitsplatz erhalten können. Ein entsprechend gestalteter Arbeitsplatz spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

Hintergrund
Derzeit geben rund 5 Prozent der Berufstätigen mit Rheuma im ersten Jahr ihrer Erkrankung und rund 20 Prozent nach drei Jahren ihren Arbeitsplatz auf.1 Damit zeigt sich: es besteht massiver Handlungsbedarf – bei Arbeitnehmern und auch bei Arbeitgebern!

Die Auszeichnung
Die Initiatoren der Auszeichnung sind Abbott Deutschland, die Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen, die Initiative Neue Qualität der Arbeit, die Rheuma-Liga Hessen, die Patientenvertreterin Kerstin Bleuel und der Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte. Als weitere Partner sind 2010 der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) und der Deutsche Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK) e.V. hinzu gekommen. Ab 2011 verstärken die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew DVMB e.V., die Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V., die Kinder-Rheumastiftung und die Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e.V. die
Initiative RheumaPreis als neue Partner. Weitere Institutionen, die die Auszeichnung unterstützen möchten, können sich bei den Initiatoren um eine Teilnahme bewerben.

Die Auszeichnung dient dazu, herausragende Beispiele der Integration von Menschen mit Rheuma in das Arbeitsleben öffentlich zu machen. Dabei werden sowohl Menschen mit Rheuma als Team gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber und Förderern am Arbeitsplatz für ihre Leistung ausgezeichnet. Prämiert werden Projekte und Konzepte, die eine partnerschaftliche Lösung im Sinne aller Beteiligten ermöglichen.

Diese Beispiele werden einer größeren Öffentlichkeit bekannt gemacht, um anderen Menschen mit Rheuma und ihren Arbeitgebern Mut zu machen und ihnen Anregungen zu geben, damit auch diese Betroffenen ihre aktive Teilnahme im Beruf und auch im Alltag bestmöglich erhalten. Oft sind schon kleine Veränderungen von großem Wert. Wichtig ist es, frühzeitig zu agieren. Dieses Bewusstsein soll geschaffen werden. Praktische Orientierungshilfen zeigen beispielhaft, wie geholfen werden kann und welche Veränderungen schon hilfreich sind. Das stärkt das Verständnis und fördert die Unterstützung der Mitarbeiter und Kollegen mit Rheuma.

Unternehmen erkennen, welchen wirtschaftlichen Nutzen sie davon haben, vor allem aber, welchen positiven Einfluss die Aktivitäten und Maßnahmen auf das Betriebsklima haben, wenn sie qualifizierte Mitarbeiter mit einer chronischen Erkrankung im Unternehmen halten.

Der RheumaPreis
Der RheumaPreis wird jährlich ausgeschrieben. Er wird für die partnerschaftlichen Lösungen gemeinsam an den Arbeitnehmer und den Arbeitgeber verliehen. Der Jury ist es vorbehalten, die Auszeichnung parallel an mehrere Bewerber zu vergeben, um damit der Vielfalt der rheumatischen Erkrankungsbilder und Lösungsansätze gerecht zu werden. Diese Entscheidung wird auf Basis der fachlichen Expertenmeinungen der Jury getroffen.
Im Vordergrund steht die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Prämierten werden mit dem RheumaPreis ausgezeichnet und die Arbeitnehmer erhalten ein Preisgeld in Höhe von 3.000 EUR pro Gewinner (Einzelpersonen oder Teams).

Teilnahme
An der Ausschreibung teilnehmen können alle Menschen in Deutschland, die an entzündlich- rheumatischen Erkrankungen leiden und sich in einem Arbeitsverhältnis befinden. Dabei können sich einzelne Personen bewerben oder Teams aus Menschen mit Rheuma und ihren unterstützenden Partnern am Arbeitsplatz, die gleichermaßen am Erreichten Anteil haben. Darüber hinaus können auch Dritte Arbeitgeber oder Menschen mit Rheuma nominieren.

Für die Teilnahme ist eine schriftliche Bewerbung erforderlich, aus der die Ausgangssituation sowie die erreichte Verbesserung bzw. Leistung ebenso hervorgeht wie die Ideen und Maßnahmen, die dazu beigetragen haben. Dies können auch „kleine“ Verbesserungen wie zum Beispiel das Anbringen eines speziellen Griffs an einem Werkzeug sein. Die beteiligten Personen sollen kurz vorgestellt werden. Dazu füllen die Bewerber zunächst ein Bewerbungsformular (schriftlich oder online) aus, das die folgenden Daten erfasst:

  • Daten zu(r) Person(en), berufliche Aufgaben, Position(en) und Arbeitsbereich(e)
  • Erkrankungsbeginn, Symptomatik, Art der Einschränkungen, ggf. Grad der Behinderung, Auswirkungen auf die Erwerbstätigkeit
  • kurze Darstellung der Maßnahmen und des Erreichten
  • Art und Größe des Unternehmens

Den Bewerbern wird eine vertrauliche Behandlung ihrer Daten und Informationen zugesichert. Die Organisatoren nehmen in jedem Fall Kontakt mit den Bewerbern auf. Für den Fall einer Prämierung müssen die Bewerber, die nominiert werden, ihre Zustimmung zu einer Veröffentlichung ihrer Fallgeschichte erteilen (z.B. im Rahmen der Pressearbeit).

Falls erforderlich werden vom Bewerber in einem nächsten Schritt weitere Informationen und Unterlagen erbeten, z.B.

  • (falls vorhanden) Bildmaterial zum Thema oder detaillierte Angaben, die die Leistung veranschaulichen

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Preisverleihung findet jährlich statt. Den jährlichen Zeitplan können Sie www.RheumaPreis.de entnehmen.

Bewertungsverfahren
Die Partner berufen eine Jury aus Medizinern, Experten für die berufliche Integration Erkrankter, Patientenvertretern und Arbeitsmedizinern ein, die die eingehenden Bewerbungen anhand definierter Kriterien prüft und bewertet. Jedes Jurymitglied hat eine Stimme für die von ihm favorisierte Bewerbung. Falls ein Jurymitglied verhindert ist, kann ein Vertreter für das Bewertungsverfahren und die Jurysitzung benannt werden. Die Bewerbung, die die meisten Stimmen von Jury-Mitgliedern erhält, entscheidet die Auszeichnung für sich. Bei gleicher Stimmzahl wird bei einer weiteren Abstimmung über die Preisvergabe entschieden. Die Jury behält sich vor, mehrere Preisträger mit jeweils 3.000 € pro Person oder Team auszuzeichnen.

Die Jury setzt sich aus den folgenden Experten zusammen:

  • Kerstin Bleuel, Patientenvertreterin
  • Ludwig Hammel, Geschäftsführer der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB)
  • Dr. Kirsten Karberg, Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh)
  • Birgit Lievenbrück, Geschäftsführerin Kinder-Rheumastiftung
  • Prof. Dr. Erika Gromnica-Ihle, Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.
  • Ute Merz, Physiotherapeutin, Pressereferentin des Deutschen Verbands für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK) e.V.
  • Prof. Christof Specker, Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren, AGRZ
  • Ulrike Steinecke, Vorsitzende des Deutschen Verbands für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten/Krankengymnasten (ZVK) e.V.
  • Christian Vedder, Vertreter der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH)
  • Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Leitende Ärztin des AMD der BG Bau, Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), Berufsverband deutscher Arbeitsmediziner, Geschäftsstelle Karlsruhe
  • Christine Weil, Rheuma-Liga Hessen e.V.
  • Borgi Winkler Rohlfing, Vorsitzende Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft


Im Einzelnen orientiert sich die Jury an den folgenden Bewertungskriterien:

  • Verbesserung, die erreicht wurde / Erreichtes Ziel (Vollbeschäftigung, Teilzeit, Umschulung), ggf. abhängig vom Grad der Behinderung
  • Nachhaltigkeit der Verbesserung
  • Zufriedenheit mit der erreichten beruflichen Situation
  • Originalität und Kreativität der Umsetzung
  • Grad des Engagements der Unterstützer im Unternehmen
  • Beispielcharakter und Übertragbarkeit
  • Akzeptanz im Unternehmen
  • Partnerschaftliche Zusammenarbeit


Preisverleihung
Der RheumaPreis wird einmal jährlich in Form einer symbolischen Statue und eines Preisgelds für den Arbeitnehmer sowie einer Urkunde für den Arbeitgeber verliehen und zeichnet Personen und Unternehmen mit Vorbildcharakter im Sinne der Aufgabenstellung des Preises aus. Ort und Zeit werden rechtzeitig bekannt gegeben. Das Preisgeld in Höhe von jeweils 3.000 € ist nicht zweckgebunden.

Förderer der Auszeichnung
Das Preisgeld wird vom Gesundheitsunternehmen Abbott mit deutschem Hauptsitz in Wiesbaden gestiftet, das u.a. seit Jahren auf dem Gebiet entzündlich-rheumatische Erkrankungen forscht und Ärzten und Patienten ein innovatives Medikament zur Verfügung stellt. Darüber hinaus engagiert sich Abbott für mehr Aufklärung der Patienten und breiten Öffentlichkeit über das Krankheitsbild Rheuma. Deshalb initiiert und fördert das Unternehmen Projekte, die sich für mehr Verständnis für die Krankheit sowie für Menschen mit Rheuma und deren Bedürfnisse einsetzen. Abbott ist Mit-Initiator der Auszeichnung RheumaPreis und unterstützt das Projekt inhaltlich wie finanziell. An der Auswahl der Preisträger ist Abbott nicht beteiligt.

Aufgaben der Partner der Initiative
Die Partner der Initiative planen in jährlich stattfindenden Meetings die Aktivitäten der Initiative RheumaPreis.

Jeweils ein Repräsentant der Partner-Organisationen kann als Juror im Rahmen der Jurysitzung über die Auswahl der Preisträger entscheiden.

Die Partner der Initiative tragen mit Aktivitäten im Rahmen ihrer Organisationen und mit Öffentlichkeitsarbeit dazu bei, die Idee des RheumaPreis voranzubringen und ihn weiter bekannt zu machen.

Die Partner informieren die Mitglieder der Partner-Organisationen, Rheumapatienten, Ärzte, Pflegepersonal, Arbeitgeber, Medien und weitere relevante Gruppen über den RheumaPreis und machen potentielle Bewerber auf den RheumaPreis aufmerksam. Zu diesem Zweck erhalten alle Partner der Initiative vom Organisationsbüro eine gewünschte Anzahl von RheumaPreis-Postern und -Flyern sowie Pressetexte und –fotos. Diese Materialien können auf folgende Weise eingesetzt werden:

  • Information über den RheumaPreis auf der Website der Partner-Organisationen
  • Veröffentlichungen in der Mitgliederzeitschrift
  • Vorträge der Partner über den RheumaPreis bei Veranstaltungen der Partner-Organisationen oder Veranstaltungen, die vom Organisationsbüro in Absprache mit den Partnern durchgeführt werden
  • Auslegen der Flyer und Poster auf Mitgliederveranstaltungen der Partner-Organisationen, bei Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit, bei Medienveranstaltungen, bei Tagungen und Kongressen sowie bei Veranstaltungen, an denen sich die Partner beteiligen
  • Versand bzw. Abgabe der Flyer und Poster an Mitglieder der Partner-Organisationen, Ärzte, Arbeitgeber, Pflegepersonal, Rheumapatienten, interessierte Medien oder Personen, die diese Materialien an potentielle Bewerber weiterreichen möchten


Verwendung von Logos:

Das Organisationsbüro stellt allen Partnern eine druckfähige Datei des RheumaPreis Logos zur Verfügung. Dieses kann im Kontext mit dem RheumaPreis, also für Aktivitäten und Materialien zur Bekanntmachung der Initiative RheumaPreis und der Auszeichnung, eingesetzt werden.

Die Logos der Partner-Organisationen erscheinen wenn möglich auf den Materialien zum RheumaPreis (Brief- und Pressepapier, Flyer, Poster, Dekoration bei der Preisverleihung, Website www.RheumaPreis.de, etc.), jedoch nur im zum Zusammenhang mit dem RheumaPreis und in unmittelbarer Nähe des RheumaPreis-Logos.

Frankfurt, im August 2011

*Die Verwendung der männlichen Form schließt weibliche Personen jeweils mit ein.

Quelle: 1 Eberhardt et al., J Rheumatol 2007; 34: 481-487; Mau W et al., Z Rheumatol 2008; 67:157– 164, Bräuer et al., Z Rheumatol 2002; 61: 426-434

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