Berufliche Teilhabe als Chance für Beschäftigte und Arbeitgeber

Auszeichnung für Konzepte, die Arbeiten mit Rheuma ermöglichen und beide Seiten stärken

Berlin, Februar 2025 – Der Arbeitsmarkt befindet sich im Umbruch – und obwohl die Arbeitslosenzahlen derzeit steigen, werden gut ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in vielen Branchen dringend gesucht. Gleichzeitig bleibt ein großes Arbeitskräfte-Potenzial ungenutzt: Menschen mit gesundheitsbedingten Einschränkungen sind noch immer deutlich häufiger von Arbeitslosigkeit oder Frühverrentung betroffen als Gesunde1. Unter dem Motto „Rheuma Arbeit geben - Die Chancen nutzen“ möchte die Initiative RheumaPreis auf positive Gegenbeispiele aufmerksam machen. Ausgezeichnet werden an Rheuma erkrankte Berufstätige und ihre arbeitgebenden Betriebe, die gemeinsam eine (Weiter-)Beschäftigung möglich gemacht haben. Das Preisgeld von jeweils 3000 Euro geht an die Arbeitnehmenden. Bewerbungen sind bis zum 30. Juni 2026 online oder per Post möglich.

1,8 Millionen: So hoch ist die Zahl der Menschen in Deutschland, die von einer der über 100 entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen sind2. „Viele dieser Menschen stehen mitten im Berufsleben oder sogar noch in der Ausbildung, wenn sie ihre Diagnose erhalten“, sagt Professor Dr. med. Matthias Schneider aus Düsseldorf, der den RheumaPreis im Jahr 2009 mit ins Leben gerufen hat. Dank moderner, hochwirksamer Medikamente gelinge es zwar immer mehr Betroffenen, berufstätig zu bleiben3. Das dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Menschen mit Rheuma noch immer seltener erwerbstätig seien als gesunde Vergleichspersonen.

Motto 2026: Rheuma Arbeit geben – Die Chancen nutzen

Umso wichtiger ist das Signal, das der RheumaPreis sendet: Rheuma und Arbeit? Ja das geht! Das diesjährige Motto „Rheuma Arbeit geben - Die Chancen nutzen“ ist dabei bewusst doppeldeutig gewählt. Denn die Begriffe „Arbeit“ und „Chance“ werden häufig nur aus Arbeitnehmersicht zusammengedacht. Dabei wird übersehen, dass die Beschäftigung Rheuma-Betroffener auch für die Betriebe eine große Chance ist. „In Zeiten des Fachkräftemangels ist es ein Vorteil, hochmotivierte und gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen oder im Betrieb halten zu können“, betont Schneider und verweist auf die Mittelfristprognose des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, wonach die Zahl der Berufe, in denen Fachkräfte fehlen, in den kommenden Jahren weiter ansteigen wird4. Wichtig auch: Die menschliche Komponente, speziell die Inklusion, spielt eine immer größere Rolle dafür, wie attraktiv ein Betrieb auch für gesunde Arbeitnehmende ist. Teilhabe ist also auch aus unternehmerischer Sicht das Gebot der Stunde - zumal bei den Inklusionsämtern finanzielle Hilfen für spezielle Anschaffungen oder Umbauten beantragt werden können.

Was Rheuma-Betroffene sich am meisten wünschen, gibt es ohnehin kostenlos: Offenheit, Rücksichtnahme und Flexibilität im Hinblick auf Arbeitszeiten und die Möglichkeit zum Homeoffice - das sind die mit Abstand am häufigsten genannten Bedürfnisse, die junge Arbeitnehmende mit Rheuma in einer Umfrage der Deutschen Rheuma-Liga nennen5). Auch die Preisträgerinnen und Preisträger des RheumaPreises betonen immer wieder, wie sehr ihnen flexible Arbeitszeitregelungen dabei helfen, Beruf, Arzttermine und „schlechte Tage“ erfolgreich zu jonglieren.

Jetzt für den RheumaPreis bewerben!

Der RheumaPreis würdigt Arbeit und Teilhabe in vielen Ausprägungen: Angestellte und Auszubildende mit ihren arbeitgebenden Betrieben können sich ebenso bewerben wie Selbstständige und Studierende. Darüber hinaus spricht der RheumaPreis ausdrücklich auch Menschen an, die Care-Arbeit in der Familie leisten. Nur Mut also! Eine Bewerbung ist online oder per Post möglich, die Bewerbungsunterlagen stehen hier zum Download bereit. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Juni 2026.

Bei Veröffentlichung Beleg erbeten.


Quellen:

  1. Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen 2024“ in: Blickpunkt Arbeitsmarkt, Bundesagentur für Arbeit, April 2025. https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Menschen-mit-Behinderungen/generische-Publikation/Arbeitsmarktsituation-schwerbehinderter-Menschen.pdf?__blob=publicationFile

  2. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie, Daten und Fakten zu Rheuma: https://www.dgrh.de/finden/presse/daten-und-fakten/

  3. Veltri, C.; Albrecht, K.; Kiltz, U.; Meyer-Olson; D., Späthling, S.; Strangfeld, A.; Thiele, K.; Callhoff, J.: Trends in work participation among patients with inflammatory rheumatic musculoskeletal diseases (iRMDs): Data from the German National Database (2010–2022) RMD Open 2025;11:e004980. doi: 10.1136/rmdopen-2024-004980

  4. Fachkräftemonitoring für das BMAS, Mittelfristprognose bis 2029. https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/Forschungsberichte/fb-670-mittelfristprognose-2025-2029.pdf?__blob=publicationFile&v=1

  5. Versorgungssituation rheumakranker Kinder und Jugendlicher & Erwachsener“, Deutsche Rheuma-Liga, https://eltern.rheuma-liga.de/fileadmin/public/geton/Dokumente/Pr%C3%A4sentation_Versorgungssituation_Arbeit.pdf


Mitglieder der Initiative RheumaPreis:

  • AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG
  • Berufsverband Deutscher Rheumatologen e. V. (BDRh)
  • Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie e.V. (DGRh)
  • Deutsche Kinderrheuma-Stiftung
  • Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.
  • Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) e. V.
  • Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e. V.
  • Fachverband Rheumatologische Fachassistenz e. V
  • Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e. V.
  • Sklerodermie Selbsthilfe e. V. 
  • Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) e. V.

Kontakt für Journalisten:
Pressestelle RheumaPreis
c/o Thieme Communications
Stephanie Priester

Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-605, Fax: 0711 8931-167

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Kontakt Organisationsbüro RheumaPreis:
Rheumatologische Fortbildungsakademie GmbH
Wilhelmine-Gemberg-Weg 6, Aufgang C
10179 Berlin
Tel.: 030 240484-74; Fax: 030 240484-79

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